Hit the road, Julia.

Nach unglaublichen 20 Wochen im wunderschönen Wollongong mit den besten Freunden, die ich mir nur wünschen konnte, ist es Zeit für ein neues Abenteuer: Roadtrip durch Australien mit meiner Freundin Julia aus Würzburg.

Bevor es los geht, haben meine paar hinterbliebenen Freunde aus Wollongong es noch ein letztes Mal ( - Oh Gott, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, all diese tollen Menschen nicht mehr jeden Tag zu sehen!) krachen zu lassen. 
❤️
❤️

Dann musste ich natürlich noch mein ganzes Leben der letzten 5 Monate irgendwie in meine Koffer packen und mein Zimmer räumen! Zu dem ganzen Packstress und den Verabschiedungen kam dann unglücklicherweise noch hinzu, dass ich Bed Bugs aus Fiji mitgebracht habe und all meine Sachen waschen und desinfizieren musste - das ist  echt kein Spaß! 

Am 3. Juli hieß es dann Good Bye, International House! Meine Freunde Liam und Heinz haben mich dann mit meinem ganzen Gepäck nach Sydney gefahren, wo ich mich dann mit Julia treffen sollte.

Sydney

Unsere gemeinsame Reise in Australien beginnt in ihrer schönsten Stadt, Sydney!
Der Blick auf das Opernhaus und die Harbour Bridge vom botanischen Garten aus.
Der Blick auf das Opernhaus und die Harbour Bridge vom botanischen Garten aus.
Coogee to Bondi Walk & Bondi Beach.
Coogee to Bondi Walk & Bondi Beach.

Melbourne

Nachdem sich Julia in ihren ersten Tagen ein bisschen in Australien aklimatisieren und von ihrem Jetleg erholen konnte und wir gemeinsam unsere nächsten Reiseetappen planen konnten, sollte es dann am Donnerstag sehr früh morgens nach Melbourne gehen. Die Betonung liegt auf "sollte". Wir wurden um 4 Uhr morgens von unserem Airbnb-Host Bu an den Flughafen gefahren und waren die ersten, die diesen betreten haben - that's a first - als uns dann eine Dame von Jetstar erklärte, dass unser Flug ausfällt und wir auf einen Flug um 12 anstatt 6 umgebucht wurden. Schön, dass man sowas dann so kurzfristig erfährt. Wir haben dann also die nächsten 6 Stunden am Flughafen verbracht (ich konnte die Zeit effektiv nutzen um meinen Erfahrungsbericht für die HS zu schreiben, den ich die letzten 5 Monate erfolgreich verdrängt habe). An unserem Gate haben wir dann erfahren, dass unser Flug eine weitere Stunde Verspätung hat, und dann wurde der Flug nochmals um eine Stunde verzögert aufgrund von schlechten Wetterbedingungen. War ein richtig schöner Tag! Irgendwann abends sind wir dann total kaputt in Melbourne angekommen, haben schnell geduscht und uns dann als Entschädigung ein leckeres Abendessen im deutschen Brauhaus gegönnt! Und nach 5 Monaten habe ich das erste Mal eine Apfelschorle getrunken!! 

An unserem ersten Tag haben wir uns dann ein Auto gemietet und sind die Great Ocean Road entlang zu den 12 Apostles gefahren. Wer sich fragt, was das ist: das sind diese großen Steine im Meer. Man sollte sich aber nicht vom Namen verunsichern lassen, es sind nämlich gar nicht 12 sondern nur neun Steine.

Unseren zweiten und leider letzten Tag haben wir dann morgens am Brighton Beach verbracht. Dort stehen die bekannten Bathing Boxes, die die Damen früher zum Schwimmen genutzt haben. Auch wenn es nur 10 Grad waren, war die Sonne sehr stark und wir konnten uns - natürlich trotzdem nicht im Bikini - ein bisschen sonnen. 

Bathing boxes am Brighton beach.
Bathing boxes am Brighton beach.

Nachmittags waren wir dann in der hippen Innenstadt Melbournes und haben uns unter anderem die bekannte Hosier Lane angeschaut. 

Hosier Lane
Hosier Lane
Melbourne by night.
Melbourne by night.
Der Sonnenaufgang in Melbourne kurz vor unserer Abreise.
Der Sonnenaufgang in Melbourne kurz vor unserer Abreise.

Byron Bay

Dieses Mal ohne irgendwelche Komplikationen ging es von Melbourne zurück nach Sydney, wo wir unseren wunderschönen Campervan und Begleiter für die nächsten drei Wochen abgeholt haben. Das Teil ist irgendwie uralt, macht sehr seltsame Geräusche und hat ungefähr 500 verschiedene Knöpfe zur Bedienung, aber es ist sehr gemütlich. Wir haben sie Gisela getauft. 

Meet Gisela, unsere Begleitung für die nächsten drei Wochen.
Meet Gisela, unsere Begleitung für die nächsten drei Wochen.

Auf dem Weg zu unserem ersten Stop, Byron Bay, haben wir noch einen kleinen Umweg nach Wollongong gemacht. Ich hatte dort noch ein paar Dinge zwischen gelagert, die ich abholen wollte und ich fand esganz schön, Julia zu zeigen, wo ich die letzten Monate gelebt habe. Ihr hat es dort auch sehr gut gefallen und sie war total begeistert von den netten Menschen, mit denen ich zusammen gewohnt habe und kann jetzt ziemlich gut nachvollziehen, wieso es mir so schwer fällt zu gehen. Am Sonntag Abend haben wir alle gemeinsam ein Lagerfeuer gemacht und am Montag habe ich mich dann zum gefühlt zehnten Mal - wieder unter einem Meer von Tränen - von meinem "Home away from Home" verabschiedet.

Die Tränen konnte ich dann aber schnell wegwischen, weil unsere ca. 7-stündige Fahrt bis zu unserem ersten Zwischenstop auf dem Weg zur Byron Bay total lustig war. Ich hatte mir eine App runtergeladen, die einem kostenlose Campingplätze anzeigt. Diese App hat uns dann überraschenderweise zu einer Tankstelle geführt, wo wo wir dann neben den ganzen LKW-Fahrern geschlafen haben. Das kann ich dann jetzt also auch von meiner Bucket List streichen. Am Dienstag sind wir dann die restlichen zwei Stunden in ein kleines Örtchen namens Arrawarra gefahren, wo wir im sogenannten Surf Camp Spot X zwei Tage surfen (lernen und üben).

Erstaunlicherweise hat das Surfen bei mir dieses Mal viel, viel besser geklappt als in dem Surfcamp ganz am Anfang des Semesters oder bei meinem kläglichen Versuch in Wollongong surfen zu gehen. Was sich nicht geändert hat, ist allerdings der Spaß an der Sache! Surfen ist einfach super cool und macht mega Spaß! Die Zeit im Wasser vergeht wie nichts! Auch Julia hat das Surfen sehr viel Spaß gemacht und sie hat eine super Figur auf dem Board gemacht. 

Das Surfcamp generell war auch richtig cool! An unserem ersten Nachmittag waren wir mit einer kleinen Gruppe Ocean Rafting. Das war total witzig. In unserer Surfgruppe haben wir 5 total nette Mädels aus Irland und deren US-amerikanischen Cousin kennen gelernt. Mit den 6 haben wir uns super verstanden und abends noch ganz lange über Gott und die Welt gequatscht. Ich habe vorher ja noch nie jemanden aus Irland kennen gelernt, aber das ist schon echt ein sehr nettes und lustiges Völkchen mit einem total coolen Akzent. 
Nach zwei Tagen intensiv-surfen, mussten wir das Camp leider schon wieder schweren Herzens verlassen. Auf unserem Weg in den Norden haben wir dann noch einen kurzen Zwischenstop am richtigen Byron Bay eingelegt und haben uns den Leuchtturm angeschaut.

Gold Coast

Surfers Paradise
Surfers Paradise

Sagen wir mal so, unsere Zeit an der Gold Coast war sehr... interessant. Das ganze hatte eigentlich ganz gut angefangen, als wir auf dem Weg von Byron Bay umfänglich einkaufen waren und einen Zwischenstop bei McDonalds eingelegt haben, um unsere Elektrogeräte aufzuladen. Wir hatten uns vorher einen Campingplatz für die Nacht an der Gold Coast ausgesucht, an dem wir dann gegen acht Uhr abends angekommen sind. Was wir bis zu diesem Zeitpunkt leider nicht wussten: nach 18 Uhr kann man hier an Campingplätzen nicht mehr einchecken, da niemand mehr da ist. Super!! Haben dann aus Verzweiflung erstmal unseren ganzen Vorrat an Frustschokolade verdrückt, weil wir keine Ahnung hatten, wo wir die Nacht verbringen sollten. Die Australier haben ziemlich hohe Strafen (bis zu 500AUD), wenn man unberechtigterweise irgendwo parkt - und das ist leider nicht mehr im Reisebudget. Nach einer erfolglosen Suche auf Google sind wir dann stundenlang in der Gegend rumgefahren und haben letztendlich völlig übermüdet an einem Truckstop gehalten. Dort darf man zwar als Campervan auch nicht stehen, aber irgendwo mussten wir ja schlafen. Die Nacht war ziemlich durchwachsen und laut, aber wir haben's überstanden! Am nächsten Morgen haben wir dann auch noch gemerkt, dass Gisela's "Kühlschrank" unsere gesamten Einkäufe schock-gefrostet hat. Ihr merkt, irgendwie steht unser Besuch in Surfers Paradise nicht unter den besten Sternen. Von Surfers Paradise selbst waren wir dann nämlich auch noch ziemlich enttäuscht. Ich habe mir das ganze eher wie ein süßes Surferdörfchen vorgestellt, in Realität sind es aber super viele Hochhäuser an nem Strand - nicht so prickelnd. Das Wetter war auch nicht so gut, also sind wir anstatt der geplanten drei Tage an der Gold Coast nach einem Tag dann frühzeitig abgereist. 

Brisbane

Ab Brisbane ging es dann wieder bergauf. Wettertechnisch hatten wir zwar immernoch kein Glück: kalt, nass und grau, aber wir haben uns mit meiner deutschen Jessi und ihrem Reisepartner aus Köln, Janik, getroffen und den Tag in der Stadt verbracht. 

Noosa

Auf Noosa hatte ich mich schon seit Beginn der Reise gefreut, da ich schon von mehreren gehört hatte, wie schön es dort sein soll. Die Erwartungen wurden dann auch mehr als erfüllt: Noosa ist ein total süßes Surferörtchen! Wir haben den Tag dann dort am Strand verbracht und waren ein bisschen in den kleinen Boutiquen an der Strandpromenade shoppen. 

Auf dem Weg von Noosa nach Airlie Beach haben wir dann einen Over-Night-Stop in der Nähe von Rockhampton gemacht. Dort wollten wir eigentlich auf den Mount Archer wandern, um uns den Sonnenuntergang anzuschauen, aber leider war die Straße gesperrt. Dann sind wir ganz schnell an den Strand gedüst und durften uns den Sonnenuntergang von der Dachterasse eines Mannes angucken, der gesehen uns mit unseren Kameras am Strand gesehen hatte.

Als es dann dunkel war, haben wir einfach hunderte von Fledermäusen gesehen! Leider ist dss Bild nicht so gut geworden, aber wenn man genau hinschaut, sieht man schwarze Punkte - das sind die Fledermäuse.

Whitsunday Islands

Ein absolutes Highlight unserer Reise waren die Whitsundays. Vorher natürlich die große Frage ob Katamaran oder Segelboot, 1 oder 2 Nächte, 10 oder 30 Personen an Board etc. - Wir haben uns dann für ein Segelboot namens "Prima" entschieden, auf dem wir mit 10 weiteren Passagieren und 2 Crew-Mitgliedern zwei Nächte an den wunderschönen Whitsunday Islands verbringen würden. Da wir mit unserer Buchung leider etwas spät dran waren, blieb nur die Private Double Ensuite Cabin für unseren Wunschtermin. Da haben wir dann natürlich zugeschlagen, man gönnt sich ja sonst auch jeden Tag was, gell?! Das war dann auch eine super Entscheidung, denn auf dem Boot war nicht viel Platz (für manche Passagiere wurde abends der Küchentisch in ein Bett umgewandelt) und so hatten wir ein wenig Raum und - was ein jedes Backpacker-Herz höher schlagen lässt - ein eigenes Bad. 

Unser Skipper Paul war ein sehr leidenschaftlicher Segler und Taucher und hat es tatsächlich zu seiner Mission gemacht uns die schönsten Fleckchen der Whitsundays über und unter dem Wasser zu zeigen! Und das hat er auch geschafft! Julia und ich waren wahnsinnig begeistert von der Natur und der gesamten Tour! Die Bilder werden der wirklichen Schönheit der Whitsundays nicht gerecht, aber sie vermitteln einen guten Eindruck. Wir werden unsere Eindrücke sicherlich nie vergessen! Kurz zusammen gefasst: wir haben Wale und Walbabys, riesige Schildkröten, einen Hai und ganz viele interessante Fische (unter anderem eine kleine Nemo-Familie) gesehen, wir wurden an der Blue Pearl Bay beim Schnorcheln in einen Fischschwarm aufgenommen - ungelogen, sind die  Fische dort super zutraulich und sind die ganze Zeit ganz nah an uns geschwommen, haben viel über die Unterwasserwelt und das Great Barrier Reef gelernt, und haben am mit Sicherheit weißesten Sandstrand der Welt gelegen und gebadet. Und uns ist beiden beim Segeln nicht schlecht geworden - jippieh! War wirklich eine hammertolle Erfahrung! 

Sonnenaufgang auf der Prima.
Sonnenaufgang auf der Prima.
Whitehaven Beach
Whitehaven Beach
Sonnenuntergang auf der Prima.
Sonnenuntergang auf der Prima.

Magnetic Island

Ab Airlie Beach sind wir uns übrigens um ein "J" vergrößert, denn Janik aus Köln hat sich uns angeschlossen - wir sind dann jetzt Triple J. Unser nächster Stop: Magnetic Island. Dort haben wir dann mit dem australischen Wildlife geschmust. 

Dieses Krokodil wird irgendwann mal 6m groß sein. Und dann meinte die Rangerin "Möchtest du ihm mal einen Kuss geben?" - sieht zwar so aus, als würde ich das arme Tier essen, aber eigentlich schau ich bloß, ob aus einem Krokodil auch ein Traumprinz werden kann. Hat leider nicht geklappt, brauche also doch einen Frosch!
Dieses Krokodil wird irgendwann mal 6m groß sein. Und dann meinte die Rangerin "Möchtest du ihm mal einen Kuss geben?" - sieht zwar so aus, als würde ich das arme Tier essen, aber eigentlich schau ich bloß, ob aus einem Krokodil auch ein Traumprinz werden kann. Hat leider nicht geklappt, brauche also doch einen Frosch!
Und wir durften einen kleinen, flauschigen Koala halten 🐨
Und wir durften einen kleinen, flauschigen Koala halten 🐨

Tablelands

Auf die Empfehlung eines alten Mannes, den wir auf einem der Rastplätze getroffen haben, sind wir nicht auf direktem Wege nach Cairns gefahren, sondern einen kleinen Umweg über die Tablelands gemacht. Das ist eine ehemalige Vulkanlandschaft mit vielen Hügeln, Seen und Wasserfällen. 

1. Lake Barrine

2. Lake Tinaroo

Sternenhimmel. PC: Janik Woth!
Sternenhimmel. PC: Janik Woth!

Auf unserer Fahrt um die Seen herum haben wir voll laut Karnevalsmusik angeschmissen. Bei Julia muss ich noch ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten, aber Janik als waschechter kölsche Jung hat natürlich textsicher mit mir mitgegrölt. Fazit: Karnevalsmusik bereitet immer und überall gute Laune! :-)

Triple J
Triple J

Cape Tribulation

Unser nächster Halt war das Cape Tribulation, der nördlichste Punkt an der Ostküste den man auf einer asphaltierten Straße mit einem Auto ohne 4WD erreichen kann. Der Weg dorthin führt über eine Fähre (ja, da sind natürlich voll die Heimatgefühle bei mir aufgekommen) und dann mitten durch den Regenwald. 

Port Douglas

Auf der Suche nach Nemo und Dory.
Auf der Suche nach Nemo und Dory.

Von Port Douglas aus haben Julia und ich an unserem vorletzten Tag eine Schnorcheltour ins Great Barrier Reef gemacht. Leider war der Ausflug insgesamt etwas enttäuschend. Wir haben unglücklicherweise ziemlich schlechtes Wetter und dementsprechend hohen Seegang erwischt - uns ist beiden wahnsinnig schlecht geworden & Julia hat sich auch an Board von ihrem Mittagessen verabschiedet. Dem Great Barrier Reef sieht man leider total die Folgen der globalen Erderwärmung an. Ich habe mir bunte Korallen und viele Fische vorgestellt, die Realität sah aber eher nüchtern aus - sehr schade! Dennoch bin ich froh, dass wir mal dort gewesen sind, da es das Great Barrier Reef, eines der sieben Weltwunder, in einigen Jahren so nicht mehr existieren wird. 

Cairns

Unser letzter Stopp: Cairns. Hier haben wir unseren letzten gemeinsamen Tag und - was noch viel wichtiger ist - unsere letzte gemeinsame Nacht in Australien (und im Campervan Gisela) verbracht. Mittlerweile haben sich meine Pläne zwar nochmal geändert und ich fliege nochmal für ne Woche nach Wollongong nach Bali, aber für Julia und Janik heißt es "See ya later, Straya!"

So schnell gehen dann auch schon vier Wochen rum! Über 4.000 km haben wir in Australien hinter uns gelegt. Es war eine richtig schöne Reise mit wahnsinnig vielen Eindrücken! An dieser Stelle: danke, liebes Julchen, unsere Zeit war fei scho a weng schö! Julia Quadrat verabschiedet sich zum nächsten Stop: Bali, ein großes Bett und ne Dusche.